Wer eine eigene Domain auswählt, hat im Grunde viele Wahlmöglichkeiten, kann kreativ werden und die passenden Namen aussuchen. Allerdings gibt es da doch einige Einschränkungen, die man beachten sollte, möchte man juristische Nachspiele vermeiden.
Domainnamen können Marken, Namensrechte und Urheberrechte verletzen
Denn ein Domainname kann Markenrechte und Urheberrechte verletzen. Um das zu verhindern, sollten folgende Hinweise helfen, Fettnäpfchen bei der Namenswahl der Domain zu vermeiden. Grundsätzlich sind eigene Namen, der Name der eigenen Firma oder des Vereins eine einfache Möglichkeit, eine griffige und ansprechende Bezeichnung der Domain zu finden. Viele Anbieter im Netz zeigen auf, welche Namen verfügbar sind und welche Kombinationsmöglichkeiten für das eigene Unternehmen, die Dienstleistungen und ähnliches denkbar sind.
Marken, bekannte Firmen und Bücher- oder Filmtitel sind tabu
Im geschäftlichen Bereich sollten Domaineigner auf die Verwendung von Marken und Firmennamen verzichten. Bekannte und traditionsreiche Markenprodukte und Unternehmen sind häufig patentrechtlich oder urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht missbraucht werden, etwa allianz.de oder bmw.com. Dies gilt natürlich auch, wenn eine zufällige Namensgleichheit vorliegt, also z. b. Mercedes, Bosch und ähnliches. In diesen Fällen bekommen die bekannten Unternehmen oder Marken den Vorzug und erhalten das Nutzungsrecht einer Domain. Auch Kombinationen wie microsoft-online, ferrari-fans.de oder ähnliches.
Ähnliches gilt im kulturellen Bereich. Die Titel von Büchern, Filmen, Zeitschriften, Fernsehsendungen oder auch Software sind sogenannte Werktitel und als solche urheberrechtlich geschützt. Zudem besteht hier die Gefahr, die bekannte Seite mit einer privaten Seite oder einer unbekannten Seite zu verwechseln.
Wenn Sie eine bestimmte Band, einen Hollywood-Star oder eine Sängerin besonders verehren und eine Seite für Fans einrichten möchten, sollten Sie bedenken, dass die Bandnamen oder private Namen ebenfalls rechtlich geschützt sind. In diesem Fall ist es eine gute Möglichkeit, mit dem Star bzw. dem Management in Verbindung zu treten und abzuklären, welche Domain möglich wäre. So ist auch möglich, die Nutzung der Domian genehmigen zu lassen.
Städte, Kommunen und staatliche Einrichtungen sind geschützt
Viele Nutzer fühlen sich auch mit der Heimatstadt sehr verbunden und möchten dies auch auf der Homepage ausdrücken bzw. einen entsprechenden Domainnamen wählen. Dies geht meist nicht, denn die Kommunen haben sich Domains wie muenchen.de, hamburg.de oder ähnliches sichern lassen und im Zweifelsfall erhalten Städte und Gemeinden auch den Vorrang. Dabei spielt es keine Rolle, ob Top Level Domains .com, .de, .net oder ähnliches verwendet wird. So sind auch staatliche Institutionen wie Gerichte oder Begriffe wie Zivildienst geschützt. Denn andere Internetnutzer können hier grundsätzlich die offiziellen Seiten vermuten, die wichtige Informationen enthalten. So besteht auch hier Verwechslungsgefahr.  
Genauso sollten Besitzer einer neuen Domain auf scheinbar zufällige Tippfehler verzichten, also statt der offiziellen Seite spiegel.de etwa spigel.de. Auch hier greift das Namensrecht und die betroffenen Unternehmen oder Einrichtungen können Unterlassungsklagen anstrengen und horrende Schadensersatzforderungen einklagen. Unseriöse Website-Betreiber wollen so nur ihre Besucherzahlen manipulieren und keine echten Informationen anbieten.
Wer mit Domains handelt, sollte darauf achten, unbedenkliche Domains anzubieten oder zu kaufen. Hier können ebenfalls wieder das Namensrecht oder Urheberrechte betroffen sein. Häufig findet man jedoch in Online-Auktionen unseriöse bzw. illegale Angebote. Heute gilt eine Domain übrigens als vollwertiges Wirtschaftsgut, gehört etwa zu einem Unternehmen und kann als solches versteigert, verkauft, verpachtet oder auch vererbt werden.
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