Digest Domain: Domaintasting

Noch vor einigen Jahren war Domaintasting ein großes Thema im Bereich Internet und Domain. Dabei handelt es sich kurz zusammengefasst um die Praxis, die Attraktivität einer Domain zu prüfen.

Was ist das, Domaintasting?

Mit der Methode des Domaintasting war es möglich, eine Domain kostenlos zu testen, bevor ein Makler oder ein anderer Nutzer sie tatsächlich gekauft hat. Dies funktionierte, weil für die ersten Tage der Registrierung keine Gebühren anfielen und die Domain wieder abgestoßen werden konnte. Man kann also von einem Kauf auf Probe sprechen.
Domainmakler gehen beim Domaintasting so vor, dass sie eine große Anzahl von Domains registrieren und automatisierte Analysen durchführen. Dabei greifen Sie auch auf Domains zu, die bereits registriert wurden aber kurzfristig gelöscht wurden, z. B. im Zuge von Domain-Backorder-Services. Hauptinteresse bei diesen Analysen sind die Besucherzahlen einer Seite. Die Makler schauen sich dabei sowohl die direkten Eingaben, also die Type In, an, als auch die Herkunft der Besucher durch Verlinkungen oder durch die Suche auf Suchmaschinen und passende Suchbegriffe. Mit den Ergebnissen können die Makler dann ersehen, welche Seiten gewinnversprechend sind und welche wieder abgestoßen werden können. Hauptziel des Domaintasting sind also im Wesentlichen Marketingstrategien und das Prüfen der Vermarktung. Wie sprechen die Nutzer auf eine Seite an? Welche Themen interessieren? Welche Layouts, Inhalte kommen an? Diese Fragen konnten so beantwortet werden.
In Deutschland ist es bei .de-Domains Praxis, dass eine registrierte Domain monatlich oder jährlich abgerechnet wird. So werden Fehlregistrierungen vermieden. Weniger interessante Domains können vor dem Ablauf eines aktuellen Monats gelöscht werden, was besonders bei so genannten Expired Domains, also freigewordenen Domains, der Fall ist.

ICANN reagierte auf Domaintasting

Die ICANN, die internationale Internet-Verwaltung (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) nahm sich dem Problem an und sorgte dafür, dass Unternehmen Registrierungen jenseits einer bestimmten Anzahl bezahlen mussten. Dies galt auch für kurzzeitige Registrierungen und für Unternehmen, die eine bestimmte Anzahl an zurückgebenden Domains pro Monat überstiegen. So konnte man umgehen, dass Domainhändler eine Domain kurzfristig auf Attraktivität geprüft und kostenfrei wieder zurückgegeben hatten oder eine kostenpflichtige Registrierung erst später erfolgte.
Für Makler und Händler war die Praxis ein Vorteil, da so Kosten eingespart wurden und etwa bei Tippfehlern keine ärgerlichen Kosten entstanden sind. Einige Tage reichten dann aus, um die Seite über Suchmaschinen zu testen. Stimmten die Ergebnisse, Besucherzahlen oder Werbeeinnahmen, wurde die Domain tatsächlich registriert bzw. behalten. So konnte eine interessante Domain auch zu einem attraktiven Preis weiter verkauft werden ohne eine größere Investition im Vorfeld. Die ICANN regierte mit den erwähnten Maßnahmen und schraubte die Zahl der Domains herunter, die kostenfrei zurückgegeben werden konnten. Was darüber hinaus ging, wurde kostenpflichtig. Häufig waren diese Kosten gleichwertig mit den Kosten einer legitimen Registrierung. Sodass die Makler die Vorteile des Domaintasting nicht mehr ausschöpfen konnten. Glaubt man den Berichten über die Entwicklung der Domainlöschungen, ging die Zahl zurück, die Makler verloren das Interesse am Domaintasting und versuchen inzwischen anderweitig, Domains auf ihr Potenzial zu prüfen.
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